
erreger
Adenovirus; verursacht oft Augen-Bindehaut-Entzündung
und Mandelentzündung; viele unterschiedliche Krankheitsbilder, „Kolonisation“ möglich;
häufig erkranken Kinder unter 2 Jahren; verläuft meist leicht
oder unbemerkt, kann aber in jedem Alter schwere Lungenentzündung
auslösen. Risikogruppen: Bei Patienten mit verminderter
Abwehr und Neugeborenen kann eine Infektion schwer oder sogar tödlich
verlaufen, dann häufig als Lungenentzündung oder Magen-Darm-Infektion. Therapie: kann
nur Symptome lindern. Vorbeugung: -/-
Bordetella pertussis (Keuchhusten-Bakterium); drei
Krankheitsstadien: Stadium catarrhale mit Entzündungszeichen an der
Schleimhaut, S. convulsivum mit anfallsartigem Husten und S. decrementi,
Hustenanfälle werden seltener. Bei einem der charakteristischen Hustenanfälle
wird eine Serie von Hustenanfällen unterbrochen durch pfeifendes Einatmen.
Am Schluss wird zäher Schleim hervorgewürgt. Noch Monate später
können kleinste Anlässe wieder einen Hustenanfall auslösen.
Im Erwachsenenalter besteht meist über mehr als sechs Wochen ein uncharakteristischer,
quälender Reizhusten. Risikogruppen: Insbesondere
Säuglinge im ersten Lebensjahr sind durch Atemstillstand, Lungenentzündung,
Mittelohrvereiterung und Gehirnentzündung gefährdet. Therapie: kann
die Krankheitsdauer nicht spürbar verkürzen. Vorbeugung: Impfung,
auch Antibiotika.
Bordetella parapertussis (Bakterium); die Krankheit
verläuft wie ein leichter Keuchhusten (s.o.).
Chlamydia pneumoniae (Bakterium); viele
verschiedene Krankheitsbilder; insbesondere Mandelentzündung, Nebenhöhlenentzündung
und Bronchitis. Die Symptome setzen langsamer ein als bei anderen
Atemwegsinfektionen. Husten und allgemeines Krankheitsgefühl können
sich über Wochen und Monate hinziehen, erneute Infektionen sind möglich. Risikogruppen: einer
der häufigeren Erregern einer „untypischen Lungenentzündung“. Therapie: Antibiotika. Vorbeugung: -/-
Coronavirus; vermutlich die zweithäufigste Ursache
für „einfache Erkältungen“ nach Rhinoviren; löst
insbesondere bei Säuglingen auch Magen-Darm-Beschwerden aus; kann
unter Umständen auch die tiefen Atemwege infizieren und beispielsweise
Lungenentzündung auslösen. Coronaviren sind sehr schwierig nachzuweisen. Therapie: -/- Vorbeugung: -/- Hinweis: Der
SARS-Erreger gehört zwar zu den Coronaviren, aber PID-ARI.net führt
keinen direkten SARS-Nachweis. Im Verdachtsfall wenden Sie sich bitte an
unverzüglich an einen Arzt/eine Ärztin vor Ort.
Enterovirus (Typ 68 bis 71 und weitere) kann sehr unterschiedliche
Krankheiten auslösen, die meist von leicht verlaufenden Atemwegsinfektionen
begleitet werden. Hautauschlag (z.B. Hand-Fuß-Mund-Krankheit), Hirnhautentzündung,
Bauchspeicheldrüsen-Infektion (Pankreatitis), schwere Entzündung
der Augenbindehaut, aber auch Bronchiolitis und Lungenentzündung können
durch Enteroviren verursacht sein. Therapie:-/-(experimentell:
Pleconaril). Vorbeugung: -/-
Humanes Metapneumovirus; verursacht verschiedenste
Infektionen der oberen und/oder der unteren Atemwege, Fieberkrämpfe;
erstmals 2001 in den Niederlanden isoliert; erster Nachweis des Virus in
Deutschland im Februar 2003 durch PID-ARI.net, daher insgesamt noch wenig
Daten. Kann aber ganz eindeutig auch schwere Atemwegsinfektionen hervorrufen. Therapie: -/- Vorbeugung: -/-
Influenzavirus A oder B(echte Virusgrippe);
kann unbemerkt verlaufen (Influenza B), wie eine banale Erkältung
oder - meist Influenza A - als akut beginnende schwere Krankheit mit plötzlich
einsetzendem hohen Fieber, Husten, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen und
starker Abgeschlagenheit. Lunge, Herz und andere Organe können geschädigt
werden. Das Fieber hält meist 3 bis 5 Tage an, Husten und Abgeschlagenheit
oft noch 1 bis 2 Wochen länger. Selten dauert die Erholungsphase mehrere
Wochen. Gefürchtet sind durch Bakterien bedingte Zweitinfektionen,
etwa die Lungenentzündung; selten tödliche Verläufe. Risikogruppen: Menschen
mit einer Grundkrankheit, insbesondere Personen über 60 und Kinder
unter 5 Jahren sowie Schwangere. Therapie: Innerhalb von
48 Stunden nach Auftritt der ersten Symptome sind Amantadin oder Neuraminidase-Hemmer
wirksam; bei zusätzlicher bakterieller Infektion Antibiotika. Vorbeugung: Impfung.
Eine Prophylaxe ist mit Amantadin oder Neuraminidase-Hemmern unter Umständen
möglich.
Legionella pneumophila (Bakterium); verursacht innerhalb
weniger Stunden Schmerzen im Brustbereich, schwere Lungenentzündung,
Schüttelfrost, Fieber auf 39-40,5 °C, gelegentlich auch Durchfälle
und Erbrechen; schwere Verwirrtheitszustände infolge von ZNS-Beteiligung
sind möglich, ebenso schwere Verläufe mit Versagen der Atmung
und der Nieren („Legionärs-Krankheit“); Sterblichkeit
um die 15% bei ungünstigen Umständen auch höher; Häufiger
ist das leicht verlaufende „Pontiac-Fieber“, das von anderen
leichten Atemwegsinfektionen klinisch nicht zu unterscheiden ist. 1 bis
5% aller in Deutschland im Krankenhaus behandelten Lungenentzündungen
sind Legionellosen. Risikogruppen: Menschen mit gestörtem
oder durch Medikamente unterdrücktem Immunsystem. Kinder erkranken
so gut wie nie an Legionellen. Therapie: Antibiotika. Vorbeugung: Hygienemaßnahmen
in der Wasserversorgung und Lüftungssystemen.
Mycoplasma pneumoniae (Bakterium); verursacht Lungenentzündung
sowie verschiedene andere Infektionen der Atemwege; Komplikationen sind
häufig z. B. Hirnhautentzündung, Gelenkbeschwerden, Blutarmut
durch Zerfall der roten Blutkörperchen, Hautausschläge. Risikogruppen: die
meisten Infektionen betreffen Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis
15 Jahren. Therapie: Antibiotika. Vorbeugung:
-/-
Parainfluenzavirus 1, 2, 3 oder 4; löst ein ganzes
Spektrum an Atemwegserkrankungen aus; bei gesunden Kindern meist eine Infektion
der oberen Atemwege, zu 30% bis 50% verbunden mit einer Mittelohrentzündung.
Bei Infektionen der unteren Atemwege sind oft Kehlkopf (Heiserkeit; bellender
Husten), Luftröhre und Bronchien gleichzeitig entzündet; rund
zwei Drittel aller Fälle mit „Krupp“ sind durch Parainfluenzavirus
hervorgerufen. Risikogruppen: lebensgefährliche Lungenentzündungen
bei Empfängern einer Knochenmarktransplantation und bei Kindern mit
schwerer Störung des Immunsystems. Therapie: kann
nur Symptome lindern. Vorbeugung: -/-
Reovirus (respiratory enteric orphan virus); noch wenig
erforscht; verursacht eher leichte Infektionen der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes;
bei Kindern oft mit Hautausschlag; aber auch Fälle mit schwerem Krankheitsverlauf
z.B. mit Lungenentzündung, Hirnhaut- oder Gehirnentzündung und
auch Todesfälle sind schon beobachtet worden.
Respiratory Syncytial Virus (RSV); nach Rhinoviren
der zweit häufigster Erreger einer Lungenentzündung im Kleinkindesalter;
zur Krankenhauseinweisung führen neben einer Lungenentzündung
auch eine obstruktive Bronchitis/Bronchiolitis; Atemstillstand kann insbesondere
bei Frühgeborenen das vorherrschende Symptom sein. Vereinzelt kann
eine RSV-Infektion sogar tödlich enden. Risikogruppen: Kinder
mit schweren chronischen Lungenkrankheiten (bronchopulmonaler Dysplasie),
angeborenem Herzfehler oder auch Frühgeborene. Therapie: nur
symptomatisch. Vorbeugung: Wiederholte Gaben von RSV-Immunglobulin
für Hochrisikogruppen über die gesamte RSV-Saison hinweg.
Rhinoviren; klassische Erreger
des „einfachen Schnupfens“; können aber auch Erkrankungen
der tiefen Atemwege verursachen und sind dabei sogar die „Nummer
1“; vor allem bei Kindern auch Bronchitis oder daraus hervorgehend
eine Lungenentzündung. Risikogruppen: Kinder mit
Asthma, Allergien, bronchopulmonale Dysplasie (Fehlbildung des Bronchien-
und Lungengewebes) und zystischer Fibrose. Therapie: kann
nur Symptome lindern. Vorbeugung: -/-
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