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epidemiologie


Während der ersten Lebensjahre wird Art und Frequenz der Erregerexposition vom innerfamiliären Infektionsgeschehen abhängig sein, d.h. die Familiengröße, insbesondere die Anzahl der Geschwister, spielt eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Erreger mit welchen sich ein Kind auseinandersetzen muss. Mit dem Beginn der außerfamiliärer Betreuung in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krabbelgruppe, Kindergarten und/oder Kinderkrippe treten weitere Infektionsquellen hinzu. In dieser Phase und in den ersten Jahren nach Schuleintritt besteht aufgrund körperlich enger Kontakte zu anderen Personen, durch ein kindlich geringes Hygienebewusstsein und durch die bei den Gleichaltrigen ähnlich hohe Anfälligkeit (Unerfahrenheit des Immunsystems) ein hoher Infektionsdruck. Es wurde z.B. errechnet, daß Kinder dieser Altergruppe mit durchschnittlich einem neuen Pneumokokkenstamm pro Monat konfrontiert werden.

Der bei Erwachsenen meist sehr viel unkompliziertere Verlauf von ARI lässt leicht übersehen, dass ein Großteil der ARI-Erreger bei Erwachsenen ein Reservoir bildet, über welches die Gruppe der Neugeborenen und Kinder mit ARI-Erregern reinfiziert werden kann. Kinder ihrerseits bilden im Zuge einer Infektwelle ein Reservoir für Infektionen, da die Erregerausscheidung bei Kindern insbesondere von Viren (z.B. RSV) deutlich länger ist, als bei Erwachsenen.

Somit sind Kindergarten- und Schulkinder selbst im Falle einer nur geringfügigen eigenen Krankheitssymptomatik für die Übertragung von Atemwegsinfektionen und für die Ausbreitungsdynamik von entsprechenden Epidemien als Multiplikatoren und Vektoren von zentraler Bedeutung. Nach einer 1. Erkrankungswelle im Klassenverband oder in der Spielgruppe, kommt es zu einer 2. Erkrankungswelle im Haushalt. Dort werden die Infektionen auf vulnerable Familienmitglieder und weitere Bevölkerungsteile übertragen.

Neben dem jährlichen regelmässigen Wechsel von betreuter und nicht-betreuten Zeiten (Schulferien) trägt die in unseren Breitengraden ausgeprägte Jahreszeitenrhythmizität wesentlich zum Auftreten von ARI bei. Die in Herbst und Winter erhöhte Luftfeuchtigkeit, die niedrigeren Außentemperaturen sowie die dadurch deutlich erhöhte Verweildauer in Haushalt und Gemeinschaftseinrichtungen („crowding“) verbessern die Überlebensraten von ARI-Erregern und optimieren die Übertragungswege (Tröpfchen- und Haftkontamination).


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