Katastrophale Infektionen

Einem Bericht des Internationalen Roten Kreuz zufolge sterben pro Jahr weit mehr Menschen an Infektionskrankheiten als durch Umweltkatastrophen.

Dies ist erstaunlich, besonders angesichts einer in-tensiven medizinischen Forschung sowie der ständig neu entwickelten Antibiotika und Impfstoffe. So starben im Jahr 2000 weltweit 160 mal mehr Menschen an AIDS, Malaria, Atemwegsinfektionen und Parasitenbefall als durch die Erdbeben in der Türkei, Überschwemmungen in Venezuela oder durch Wirbelstürme in Indien.

Und die Tendenz für die Zukunft ist eher schlecht, obwohl Krankheiten, im Gegensatz zu Naturkatastrophen, generell vermeidbar sind.

Grund dafür sind unter anderem politische Entscheidungen vieler Regierungen, die die öffentliche Gesundheitsvorsorge (zum Beispiel Impfprogramme) in den Hintergrund rücken. Und das, obwohl nach Ansicht der WHO die menschliche Gesundheit eine Voraussetzung für wirtschaftlichen Wohlstand ist, und nicht etwa die Folge desselben.

Öffentliche Mittel werden vermehrt umverteilt, unter anderem zu Gunsten des Umwelt- und Klimaschutzes. Dieser ist zwar ebenso wichtig, sollte jedoch nicht auf Kosten der Gesundheit betrieben werden. Denn vermeintlich regional begrenzte Infektionskrankheiten können heute, im Zeitalter eines zunehmenden Tourismus sowie weltweiter Geschäftsbeziehungen, überall ausbrechen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Auftreten des West Nil Virus in New York sowohl 1999 als auch 2000.