Das Lymphozytäre Choriomeningitis-Virus (LCMV) gehört zur Familie Arenaviridae, es kommt weltweit vor und seine Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Kontakt mit infiziertem Mäuse- oder Hamsterkot bzw. auch mit Speichel oder Urin. Die konnatale Infektion mit LCMV erfolgt transplazentar während einer Virämie bei der Mutter und stellt ein Teratogen für den Foeten dar.
In einem Review weisen Leslie Barton und Marilyn Mets daraufhin, dass bei Säuglingen und Kindern mit Hydrocephalus unklarer Ätiologie, Mikro- oder Makrozephalus, intrakraniellen Verkalkungen, Chorioretinitis und nicht immunologischem Hydrops foetalis auch eine Infektion mit LCMV in Betracht gezogen werden sollte.
Die Differentialdiagnose der konnatalen LCMV-Infektion schließt die unter der Abkürzung TORCH zusammengefassten Erreger ein. Die Diagnose ist mittels Immunfluoreszenstest (Nachweis IgM, IgG) möglich.
Laut den Autoren wird die konnatale Infektion mit LCMV zu wenig erkannt. Sie fordern daher eine gesteigerte Aufmerksamkeit für dieses Virus sowie weitere Studien zur Beurteilung der Prävalenz und des klini-schen Spektrums der LCMV-Infektion.