Influenzaimpfung auch bei Asthma
Die durch das Influenza-Virus ausgelöste Grippe fordert besonders unter Asthmapatienten viele Todesopfer. Impfungen gegen Influenza wurden jedoch für diesen Personenkreis bislang kaum gegeben, da unklar war, ob sie das Asthma noch verschlimmern. Jetzt bescheinigt eine amerikanische Studie dem Influenzaimpfstoff Unbedenklichkeit auch für Asthmakranke.
Im Laufe der Untersuchung erhielten mehr als 2000 Patienten mit Asthma im Abstand von etwa drei Wochen entweder zuerst den Impfstoff gegen Influenza und dann ein Placebo oder beides in umgekehrter Reihenfolge gespritzt. Die Probanden im Alter zwischen 3 und 64 Jahren protokollierten dann für zwei Wochen nach jeder Injektion ihren Gesundheitszustand und eventuelle Nebenwirkungen. Das Resultat war eine nahezu gleichgroße Rate an Asthmaanfällen bei Impfung (28,8 %) und Placebo (27,7 %). Auch in einzelnen Altersgruppen gab es keine signifikanten Unterschiede. Lediglich das Auftreten von Muskelschmerzen war – wie erwartet – mit 25,1 % bei den geimpften Personen deutlich höher als bei denjenigen, die ein Placebo erhalten hatten (20,8 %).
Daher plädieren die Autoren für eine jährliche Influenzaimpfung bei Asthmapatienten, und zwar in jedem Alter. Die aktuellen Durchimpfungsraten von nur 10 % müssten angesichts der schlimmen Folgen einer Influenza für diesen Personenkreis unbedingt verbessert werden. Die generell relativ hohen Raten an Asthmareaktionen – mehr als ein Viertel der Probanden klagte ja selbst nach dem Placebo über entsprechende Symptome – führen die Wissenschaftler auf psychische Komponenten zurück. In der Bevölkerung sei der Glaube weit verbreitet, dass Impfungen Nebenwirkungen hervorrufen müssen. Daher beobachte man sich dann sehr genau. - ERD
Quelle: New England Journal of Medicine 2001; 345 (21): 1529-36