Bei hämatologischen Malignomen auf respiratorische Viren testen
Patienten und Methode
Einbezogen wurden stationär ebenso wie ambulant behandelte Patienten im Alter von 20 bis 76 Jahren (Median 48) einer Klinik in Barcelona, die Anzeichen eines Infektes der oberen oder unteren Atemwege hatten. 97 Patienten (62%) erhielten allogene oder autologe hämatopoetische Stammzellentransplantationen (HSCT), die meisten anderen Patienten standen unter intensiver Chemotherapie wegen Leukämie, Lymphomen, oder Myelomen. 89 Patienten (57%) litten unter Fieber zu Beginn der Infektion. Die meisten Patienten (131=83%) zeigten bei Aufnahme in die Studie nur Symptome einer Infektion der oberen Atemwege (IOA), bei 14 (9%) waren sowohl die oberen wie die unteren Atemwege betroffen, bei 12 (8%) lag ausschließlich eine Pneumonie vor, ohne klare Symptome einer IOA. Insgesamt hatten 145 Patienten (92%) Symptome einer IOA.Untersucht wurden nasopharyngeale Aspirate und/oder bronchoalveolare Lavage. Mit der verwendeten Viruskulturtechnik können zwar Rhinoviren nachgewiesen werden, nicht jedoch Coronaviren. Die Autoren können nicht erklären, warum keine Rhinoviren gefunden wurden. In vergleichbaren Patientenpopulationen konnten mittels PCR bei 35% der Patienten Viren als Auslöser von Atemwegsinfekten nachgewiesen werden, mittels Kultur nur 19%. Daher halten die Autoren den Anteil viraler Infekte an Atemwegsinfekten in ihrer Patientenpopulation für größer als in dieser Studie gezeigt.
Ergebnisse
157 Infektionen wurden beobachtet, d.h. 17 Patienten infizierten sich mehrfach. Bei 75 (48%) Patienten mit Anzeichen einer Atemwegsinfektion konnte ein Virus nachgewiesen werden: 56 Influenza-A-Infektionen, 14 RSV, 8 adenovirale Infektionen, in 8 Fällen Parainfluenzavirus Typ 1 oder 3 und in 7 Fällen Enteroviren. Zudem waren bei den 38 Patienten mit Pneumonie RSV-Infektionen und Lymphozytopenie häufig. Während der Studienperiode trat eine Influenza-A-Epidemie auf.In 13 Fällen wurde im Verlauf einer klinischen Episode ein anderes Virus festgestellt als zu Beginn ? entweder zusätzlich zum zunächst nachgewiesenen Virus oder stattdessen. Von den 145 Patienten, die bei Aufnahme in die Studie IOA zeigten, entwickelten 26 (18%) im Beobachtungszeitraum Infektionen der unteren Atemwege (IUA). IUA traten bei 16 (21%) der 75 Episoden auf, in denen Viren nachgewiesen wurden und bei 10 (14%) der 70 bei denen keine Viren nachgewiesen werden konnten.
JF/HTR 28.07.03
Rechtliche Hinweise