DGPI-Tagung am 26.-28. Mai in Düsseldorf
Vorschau
Am letzten Mai-Wochenende finden in Düsseldorf die 13. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädatrische Infektiologie e.V. (DGPI) und die 22. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Immunologie (API) erstmals gemeinsam statt. Eine ganze Reihe von Beiträgen beschäftigt sich mit Atemwegsinfektionen. Eine Zusammenschau aus dem Abstractband gibt Einblicke in die neuesten Entwicklungen. Mehr Informationen im Internet unter www.dgpi2005.de
Atemwegsinfektionen bei Kindern in den ersten zwei Lebensjahren: Risikofaktoren und Wirksamkeit der Pneumokokken-Konjugat-Impfung
D. Adam1, M. Helmerking2,
1vorm. Dr.v.Haunersches Kinderspital, Univ. München, München; 2Dt. Ges. f. Pädiatr. Infekt., Ausschuss Studien, München-Strasslach, D
Zusammenfassung: Durch die Pneumokokken-Konjugat-Impfung kann die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen statistisch signifikant reduziert werden (p < 0,01). Besonders ausgeprägt ist die Reduktion der Erkrankungen an AOM z. B. bei Kindern deren Geschwister Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kindergarten oder Schule, besuchen (PCV-Gruppe 25,9 %, Kontrolle 38,2 %). Diese statistisch signifikante Reduktion von 12,3 % (p < 0,01) in der Häufigkeit von AOM gewinnt dadurch an Bedeutung, dass 87,9 % der Kinder mit Atemwegsinfektionen (AOM 89,6 %, Pneumonie 95,9 %) mit Antibiotika behandelt wurden.HMPV-Infektionen bei hospitalisierten Kindern verlaufen nicht milder als RSV-Infektionen
A. Wilkesmann1, O. Schildgen2, A. Eis-Hübinger2, T. Geikowskit2, T. Glatzel2, M. Lentze1, U. Bode1, A. Simon1,
1Zentrum für Kinderheilkunde; 2Institut für Medizinische Mikrobiologie, Bonn, D
Schlußfolgerung: HMPV-Infektionen bei hospitalisierten Kindern verlaufen keinesfalls milder als RSV-Infektionen und verdienen daher besondere Aufmerksamkeit.Cerebrale Manifestation einer Mycoplasma pneumoniae Infektion
N. Eschen1, M. Abele-Horn2, H.J. Girschick1,
1Universitäts-Kinderklinik, 2Inst. für Hygiene und Mikrobiologie, Würzburg, D
Schlussfolgerung: Bei Patienten mit lymphozytärer Meningits sollte an die Möglichkeit der cerebralen Manifestation einer Mykoplasmeninfektion gedacht werden, insbesondere dann, wenn kein Erregernachweis erbracht wurde.Klinische Bilder von Adenovirus-Infektionen im Kindesalter
I. Hüneröder1, R. Mentel2, A. Findeisen1, N. Utzig1, C. Schröder1, S. M. Schmidt1, R.-D. Stenger1, H. Wiersbitzky3, S. K. W. Wiersbitzky1, R. Bruns1,
1Klinik und Poliklinik für Kinder- u. Jugendmedizin; 2Friedrich-Loeffler-Institut für Med. Mikrobiologie; 3Inst. f. Diagnost. Radiologie u. Neuroradiologie, Greifswald, D
Schlussfolgerung: Die klinischen Verläufe der Adenovirus-Infektionen sind sehr variabel. Bei unseren Patienten heilten die cerebralen Adenovirus-Infektionen in der Mehrzahl der Fälle folgenlos ab.Pertussis-Schutz bei ungeimpften Jugendlichen: Eine oder drei Impfungen ?
M. Riffelmann1, M. Knuf2, F. Zepp2, C. Meyer2, P. Habermehl2, E. Grzegowski3, J. Wolter3, C.H. Wirsing von König1,
1Instiut für Hygiene und Labormedizin, Krefeld, D; 2Klinik f. Kinder u. Jugendliche der Univ. Mainz, Mainz, D; 3GlaxoSmithKline Biologicals SA, B
Schlussfolgerung: Die Studie zeigte, dass ungeimpfte Jugendliche nach einer einzelnen Impfdosis eines Tdpa-Impfstoffs (Boostrix®) mit einer Boosterreaktion antworteten, die weitgehend mit der Immunreaktion von bereits geimpften Jugendlichen identisch war.Ansteckungswege von 17 Säuglingen mit B.pertussis Infektion
M. Hamm1, B. Kreuz2, A. Kölzer3, A. Hofmiller4, S. Burggraf5, B.H. Belohradsky1, J. Liese1,
1Dr. von Haunersches Kinderspital der LMU München; 2Kinderklinik Harlaching; 3Kinderklinik 3. Orden; 4TU München;5Laborgemeinschaft Becker, 6Olgemöller und Kollegen, München, D)
Diskussion: Die Ergebnisse der Studie belegen die Bedeutung der aktuellen Impfempfehlungen der STIKO, die eine Immunisierung von Frauen präkonzeptionell und enger Kontaktpersonen vor der Geburt des Säuglings empfehlen. Ein frühzeitiger Beginn der Impfung von Säuglingen im Alter von 2 Monaten ist darüber hinaus ein entscheidender Faktor bei der Prävention der Erkrankung. Es ist anzunehmen, dass bei zeitgerechter Impfung (nach STIKO) einige Erkrankungen und Komplikationen der Säuglinge hätten verhindert werden können.Der Pelargonium sidoides-Wurzelextrakt EPs 7630 hemmt die Adhäsion von Streptococcus pyogenes an HEp-2-Zellen
A. Dorfmüller, I. Engels, I. Jung, C. Lallemand, F. D. Daschner, U. Frank,
Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, D
Schlussfolgerung: Die vorgestellten Ergebnisse lassen auf eine spezifische Hemmung bakterieller Adhäsionsfaktoren durch EPs 7630 schließen. Diese indirekte antibakterielle Eigenschaft des Präparats stellt einen grundlegenden Wirkmechanismus zur Behandlung bakterieller Infektionen des oberen Respirationstrakts dar und erklärt die in klinischen Studien belegte Wirksamkeit des Präparats.