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Risikokinder vor Asthmaviren schützenImpfung muss zur rechten Zeit erfolgen
21.11.05 HTR/MM - Sie ziehen einmal im Jahr durch Deutschland und verursachen eine Welle von Atemwegsinfektionen: RS-Viren (RSV*). Die Erreger treffen insbesondere Säuglinge und Kleinkinder mit chronischen Lungenerkrankungen, angeborenen Herzfehlern oder Frühgeborene. Die kleinen Patienten bekommen Asthma-artige Beschwerden, einige landen auf der Intensivstation, viele haben monatelang Atemprobleme. Wann die Viren einfallen, variiert von Jahr zu Jahr. „Eine späte schwache Saison mit Beginn im Dezember/Januar wechselt sich regelmäßig mit einer frühen starken Saison mit Beginn im September/Oktober ab“, sagt Dr. med. habil. Josef Weigl vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Koordinator des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsnetzwerkes PID-ARI.net.
Dieser zeitliche Wechsel hat große Bedeutung für die RSV-Prophylaxe – eine Impfung, die stark gefährdete Kinder vor einer Infektion schützen soll. Bisher wurde den kleinen Patienten nach einem starren Schema von November bis März einmal pro Monat ein schützender Antikörper gespritzt. Daten von PID-ARI.net zeigen jedoch, dass ein Viertel der Injektionen nach diesem Schema zum falschen Zeitpunkt kam. Sie wurden entweder zu früh verabreicht, als die eigentliche Saison noch nicht begonnen hatte, kamen zu spät oder endeten zu früh. Die Kinder waren dadurch nicht nur ohne Schutz, sondern es entstanden auch unnötige Kosten. „Eine Prophylaxe kostet pro Wintersaison ca. 4.000 Euro. Aufgrund dieser hohen Kosten muss die Anwendung auf die Hauptaktivitätsmonate des Erregers eingeschränkt werden, obwohl das Virus sporadisch auch außerhalb der eigentlichen Saison auftreten kann“, erklärt Weigl.
Das wissenschaftliche Netzwerk PID-ARI.net empfiehlt, von dem starren „November bis März“-Schema abzuweichen. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hat diese Empfehlung bereits übernommen. „Dank unserer Erfahrung und der umfangreichen Datensammlung in PID-ARI.net, können wir inzwischen jedes Jahr gute Vorhersagen darüber treffen, wann die RSV-Epidemie zu erwarten ist“, sagt Weigl. „Dadurch lässt sich die Prophylaxe viel gezielter einsetzen. Schwere Krankheitsverläufe und mögliche Folgen wie länger anhaltende Asthma-artige Beschwerden können so vermieden werden.“ Dieses Jahr erwarten die Wissenschaftler den Beginn der Saison Ende Dezember 2005 bis Januar 2006. Wie lange sie andauert, kann anhand der aktuellen Daten zu RSV im Internet unter www.pid-ari.net verfolgt werden.Quelle: BMBF, Newsletter Gesundheitsforschung, Thema Infektionsforschung, November 2005
Weitere Forschungsergebnisse von PID-ARI.net finden Sie unter:
http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/_media/09_NL_Infektionsforschung.pdf* Die Abkürzung RSV steht für Respiratory Syncytial Virus.